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Entstehung des Zweckverbandes

In den 50er Jahren mussten im Landkreis Haßberge sehr viele Gemeinden noch ohne zentrale Wasserleitung auskommen. Die Versorgung mit Wasser erfolgte aus privaten oder öffentlichen Brunnen. Die auf dem Grundstück oder in der Dorfmitte vorhandenen Brunnen waren durch Oberflächenwassereintrag ständigen Verunreinigungen ausgesetzt. Wassermenge und Qualität waren unbefriedigend. Bei Trockenheit versiegten viele Brunnen, so dass der Wasserverbrauch erheblich eingeschränkt werden musste. Krankheiten durch verunreinigtes Wasser, besonders bei Kindern, waren nicht selten. Gelbsucht, eine zum damaligen Zeitpunkt häufig vorkommende Kinderkrankheit, wurde dem bakteriologisch bedenklichen Trinkwasser zugeschrieben.

Die vielen vor der Gebietsreform (1978) noch kleinen Landgemeinden konnten sich eine zentrale Wasserversorgung nicht leisten. Die Bayerische Staatsregierung förderte deshalb mit erheblichen Zuschüssen den Aufbau zentraler Wasserversorgungen im gesamten Freistaat.

Auf Initiative des 1. Bürgermeisters Michael Brech, Sand a. M., wurde am 6. April 1962 der Zweckverband zur Wasserversorgung der Sand-Knetzgau-Gruppe gegründet. Dem Verband gehörten neben den Gemeinden Sand und Knetzgau auch die Gemeinden Limbach und Zell a. E. an. Die Versorgung mit Wasser erfolgte aus Brunnen, die auf der Mainhalbinsel in Limbach neben der Schleuse niedergebracht wurden. Um Wasserdruck, Vorratshaltung und Löschwasser zur gewährleisten, errichtete man in Sand am Waldschlösschen und in Zell a. E. Hochbehälter. Das Wasser wurde vom Verband an die Mitgliedsgemeinden geliefert, die es an die Endverbraucher weiterleiteten und verkauften. Im Jahre 1965 förderte der Verband 86.000 m³ Wasser.

Fast zum gleichen Zeitpunkt schlossen sich die Gemeinden Wonfurt, Hainert und Steinsfeld unter Führung des 1. Bürgermeisters Andreas Vollmuth, Wonfurt, zum Zweckverband zur Wasserversorung der Wonfurt-Gruppe zusammen. Die Brunnen wurden in Wonfurt an der Horhäuser Strasse und der Hochbehälter in Hainert errichtet. Im Gegensatz zum erstgenannten Verband wurden alle Grunstückseigentümer vom Verband mit Wasser beliefert. Die Gemeinden hatten somit die Wasserversorgung an den Verband abgegeben. Die Wasserförderung belief sich zu diesem Zeitpunkt (1965) auf 59.000 m³.

Die Gründung der Verbände und der damit verbundene Anschluss- und Benutzungszwang, der heute noch Gültigkeit hat, ist nicht von allen Bürgern begrüßt worden. Um die Baumaßnahmen und den laufenden Betrieb zu finanzieren, mussten die Bürger nun eine einmalige Anschlussgebühr und monatliche Wassergebühren entrichten. Das eigene Wasser war in den Augen vieler Bürger ausreichend und nahezu  kostenlos. Die verantwortlichen Bürgermeister und Gemeinderäte in den einzelnen Gemeinden mussten sich viel anhören und Überzeugungsarbeit leisten. Sicherlich haben sie nicht geahnt, welche Weiterentwicklung und Größe der Verband einmal annehmen würde. Wir müssen ihnen heute für ihre Weitsicht und Beharrlichkeit danken.

Im Jahre 1982 wurden die Gemeindeteile Ober-, Unterschwappach und Wohnau an den Wonfurter Verband angeschlossen. Ober- und Unterschwappach sollten schon 1964 dem Verband beitreten, jedoch lehnte die Mehrheit der Bevölkerung dies ab. Auch Westheim und Eschenau erhielten nun Wasser vom Zweckverband aus Wonfurt, obwohl beide Gemeinden schon kurz nach dem 2. Weltkrieg selbständige zentrale Wasserversorgungen besaßen. Insbesondere in Westheim gab es deshalb erheblichen Widerstand gegen den Anschluss.
Die Anlagen in Westheim und Eschenau konnten jedoch auf Dauer weder einwandfreies noch genügend Trinkwasser fördern. Letztlich setzten sich die Befürworter des Anschlusses durch.

In Knetzgau wurden 1978 die Firma Coca-Cola AG und 1984 die Firma Süd-Zentra GmbH errichtet. Beide Betriebe benötigten große Mengen Trinkwasser zur Herstellung ihrer alkoholfreien Getränke. Der Bau weiterer Brunnen und Hochbehälter war eine zwangsweise Folge. Der Wasserverbrauch stieg durch den Anschluss der genannten Gemeindeteile und der Betriebe enorm an.

Die notwendigen technischen Anlagenteile konnten nunmehr ohne hauptamtliche Arbeitskräfte nicht mehr betreut werden. In Wonfurt wurde deshalb im Jahre 1984 Wolfgang Thein als Wasserwart eingestellt. In Limbach betreute schon seit 1971 Wassermeister Willi Herrmann die Einrichtungen des Verbandes, die seit seinem altersbedingten Ausscheiden im Jahre 2001 zunächst von dem beim Zweckverband ausgebildeten Daniel Rhein und heute vom ebenfalls beim Zweckverband ausgebildeten Sebatian Beck wahrgenommen wird.

Auf Vorschlag von 1. Bürgermeister Franz Hofmann, Knetzgau, welcher auch 1. Vorsitzender der beiden Verbände war, wurden die Verbände nun auch formell zum 01.01.1986 zusammen gelegt. Alle Gemeideräte der beteiligten Gemeinden stimmten dem Zusammenschluss einstimmig zu.

Der Gemeindeteil Limbach der Stadt Eltmann wurde aus dem Verband entlassen und wird seit dieser Zeit mit Wasser von der Stadt Eltmann versorgt.


gedruckt am  20.07.2018
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